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Editors „Violence“

(PIAS/Rough Trade)
Editors werden auf ihrem sechsten Album doch nicht zu Gewalttätern mutiert sein? Die Gestalten auf dem Cover wirken jedenfalls, als hätten sie eine ordentliche Abreibung hinter sich. Wer das „Magazine“-Video kennt, weiß jedoch, dass sie sich diese gegenseitig verpasst haben – und außerdem, mit was für einer hymnisch-gewaltigen (aha!) Single die Briten „Violence“ loskicken. Doch der bombastische Song mit den zerrenden Noise-Einschüben ist nur eine Klangfarbe dieses Longplayers, denn heiße Ohren gibt es nach wie vor lediglich ob großer Vielfalt und toller Songs. In Sachen Brachialität kommt „Hallelujah (So Low)“ dank harscher Stromgitarren der Auskopplung am nächsten, das Titelstück schraubt elektronische Beats hoch, während der soulige Opener „Cold“ die Zweisamkeit beschwört und das bekannte „No Sound But The Wind“ eine gediegene Klavierbearbeitung erhält. Dass „Violence“ am ehesten in einer Reihe mit dem düsteren „In This Light And On This Evening“ von 2009 steht, wird zwei Mal besonders deutlich: „Darkness At The Door“ verzögert seine Energie mehrfach, bevor ein hymnischer Refrain über den Hörer hereinbricht, und „Counting Spooks“ ist spätestens dann nicht mehr unheimlich, wenn ein präzises Riff übernimmt – in ähnlich erweitertem Roxy Music-Stil wie einst „You Don’t Know Love“. Nötig hat „Violence“ diese Schnitzeljagd allerdings nicht, denn die Mischpult-Koryphäen Leo Abrahams und Benjamin John Power wissen, wie man Editors nach Editors klingen lässt: so wie auf diesem meisterhaft vielschichtigen Album.
Thomas Pilgrim




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