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Mono Inc Welcome To Hell

Mono Inc. „Welcome To Hell”

(No Cut/ SPV)
Es wirkt verwunderlich und charmant, dass die Bandmitglieder selber das Gefühl haben, eine echte Kreativpause eingelegt zu haben. Wer sich die Zeitspanne seit ihrer letzten Albumveröffentlichung vor Augen führt, mag diesbezüglich verblüfft die Augenbrauen heben. Nach einem fürs Rock-Business kurzen Intervall des Schweigens legen die vier von Mono Inc. also nach – und in was für einer verdammt souveränen Art und Weise! Abermals präsentieren sie ein Konzeptalbum, dessen innere Geschichte mit Detailliertheit besticht, dessen musikalische Form verdeutlicht, wieso die Band den Nimbus hochgradiger Eigenständigkeit errungen hat. Ihr dunkler Rock speist sich aus Quellen der Vergangenheit und wird, wie eh, zu einem Konstrukt, das Einzigartigkeit für sich beanspruchen darf: keine Band der Welt klingt wie sie. Ein anderes Kunststück gelingt den Musikern obendrein: Jedes ihrer Alben birgt eine ganz eigene Charakteristik. Das neue Werk wirkt düsterer, verzweifelter, sperriger, vielleicht gar in sich geschlossener denn alle Vorgänger. Es entführt den Hörer in finstere Zeiten um 1712 herum – und hält der Welt gleichzeitig die Düsternis des Heutzutage vor Augen. Orchestrale Dichte verbindet sich mit gradlinigem Rock; der gesamte Songreigen ist erfüllt von Inbrunst fernab jeglicher aufgesetzter Theatralik. Falls die Musiker tatsächlich packende Originalmelodien vermeiden wollten (sie deuteten dies an), so ist ihnen dieses Unterfangen leidlich misslungen. Der insgesamt eher traurige Grundton aber wird vor allem auf CD II deutlich, darauf die Albumsongs in balladesker Manier neu interpretiert werden. Die verletzliche Intimität, erwachsen aus Pianofiguren und einem Kammer-Streicher-Ensemble, legt dem Hörer einen Stein auf die Brust; die schwermütige Intensität dieser Versionen wird fast unerträglich. Dies mag man als das Endziel der Musikform ‚Ballade‘ ansehen. Erneut mögen sich die Mono Inc.er fragen: Was soll denn jetzt noch kommen? Und sie werden an dieser anspruchsvollen Aufgabe wohl doch nicht scheitern.
Kym Gnuch




http://www.sonic-seducer.de/images/stories/virtuemart/product/resized/titel_moninc_abbildung+cd-2_125x125.jpghttp://www.sonic-seducer.de/images/stories/virtuemart/product/resized/18-07-gross_125x125.jpgLest in der aktuellen Ausgabe 07/08-2018 das Interview von und mit Martin Engler, in dem er von der Mono Inc.-Tournee durch China erzählt. Das neue Doppel-Album "Welcome To Hell" verlässt auch nach der ausführlichen Titelstory der Ausgabe 06-2018 nicht den Fokus und wird auch in diesem Gespräch thematisiert.
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