CD-Rezension / Review / Kritik

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a band of crickets inter larvas

A Band Of Crickets
„Inter Larvas“
(Behind The Black Curtain Records/Straight)
Mal wieder Maskenmänner. Beziehungsweise, dem Vernehmen nach, auch eine Maskenfrau, die im dreiköpfigen Zentrum eines weiter gefassten Künstlerkollektivs steht, das aus Berlin und Potsdam stammt. „Unter Masken“, so der Titel des in jeder Hinsicht beeindruckenden Debütalbums auf gut deutsch, lässt es sich befreit aufspielen - und sich zugleich dem Maskenzwang im alltäglichen Miteinander restlos entziehen. Wer auch immer hinter der schwarz gehaltenen Vermummung steckt: Es muss sich um verdammt versierte und völlig scheuklappenlose Musiker handeln, die im Sinne eines unverschämt selbstbewusst aufgetragenen everything goes gezählt an die achtunddreißig nachvollziehbare Einflüsse munter miteinander verwursten, wobei eine schwülwarme Nachtstimmung den Notenschlüssel abgibt. Dominiert anfänglich saftiger Art Dub, schleicht sich dieser kurz darauf, Dubstep allenfalls streifend, in Sonic Seducer-relevante Gefilde: Portishead, Massive Attack, Tool, Björk, New Order, Laibach („The Devil’s Pact“) und Ennio Morricone jammen zum Rhythmus der Grillen im Kopf und in den Gräsern. Im vorläufigen Endergebnis verweist ausgeklügelter Pop-Appeal die Überfülle an Referenzen souverän in die Schranken.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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