CD-Rezension / Review / Kritik

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Alestorm No Grave But The Sea CD Cover

Alestorm „No Grave But The Sea“

(Napalm/Universal)
Für das fünfte Langwerk säbelten die pfiffigen Schottenschlingel alles aus der Kajüte, was nicht ballernd, rasant, fetzig, spritzig und vor allem enorm schwungvoll ist. Die neueste Folk Power Metal-Piraterie strotzt somit mal wieder so richtig vor wilder, stürmischer Unbefangenheit. Mit unbedingtem Willen zum Entern aller Feiern der verfluchten Landratten inszenieren diese modrig-hämischen Vollmatrosen aberwitzig virtuose Gitarrentornados. Ratternd donnernde Trommelattacken gibt es natürlich inklusive. Auf instrumentellem Sektor zeigen sich Alestorm absolut topfit. Kapitän Christopher Bowes besingt die zehn Kaperhymnen mit bissig-kecker, typisch maritim phrasierter Schlitzohrigkeit, assistiert von siegestrunkenen Mannschaftschören. Der Folk-Anteil schäumt ständig über, so besessen wird hierauf gefiedelt. Der aktuelle Nachfolger des 2014er Suff-Boosters „Sunset On The Golden Age“ lässt selbst die massivsten Planken durch unbändige Spielfreude bersten, einfach sagenhaft. Alestorm setzen sämtliche Gute-Laune-Segel punktgenau in die stärkste Ideenbrise, was aus dem instrumentellen Fluss ein Überschall-Rennboot macht. Der salzige Mix aus grenzenlosem Übermut und trainierter Kompetenz läuft jedoch selbst in schärfsten Kurswechseln nicht aus dem stabilen Ruder!
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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Friday the 14th.
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