CD-Rezension / Review / Kritik

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Ivar Bjørnson Einar Selvik Hugsjá CD Cover

Ivar Bjørnson & Einar Selvik „Hugsjá“
(By Norse Music)
Die Verbindung zweier Welten. Wie oft diese Aussage bereits für eine Crossover-Produktion verwendet wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. Betrachtet man nun allerdings „Hugsjá“, so könnte man dieses Album kaum besser beschreiben. Uraufgeführt im Rahmen des Bergen International Festival wurden die Stücke als Kollaboration zwischen Einar Selvik (Wardruna) und Ivar Bjørnson (Enslaved) als Übertragung von geschichtlichen Ereignissen, aber auch von Sagen oder Erzählungen aus der Region um die norwegische Stadt erschaffen. Im Spannungsfeld aus archaischen Hörnerklängen und modernem Gitarrenspiel, zwischen altnordischem Gesang und Rock-Arrangements erzeugen die Lieder ihre ganz eigene Welt. Verglichen mit Wardruna und deren rituell oder sakral anmutenden Kompositionen fällt „Hugsjá“ zugänglicher aus und durch Ivars Einfluss erhalten die Lieder Berührungspunkte mit herkömmlicher Folk-Musik. Nordische Exotik und Naturverbundenheit weichen zurück, so dass man sich zwar immer noch einer urbanen Umgebung entrückt sieht, aber nicht mehr gleich um mehrere Hundert Jahre in der Zeit zurückversetzt wird. Als Einstieg in die faszinierenden Klangwelten des Nordens ist dieses Album daher gut geeignet.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
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Friday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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