CD-Rezension / Review / Kritik

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The Stricken The Stricken CD Cover

The Stricken „The Stricken”

(LÆBEL)
Trotz privaten Ungemachs läuft die Maschinerie von Mr. Le?ther Strip weiterhin auf Hochtouren. Nach Am Tierpark und Larsen/Mirland kommt der Däne diesen Monat mit seiner nächsten Neugründung namens The Stricken ums Eck und lotet im Verbund mit Bronski Beat-Mohikaner Ian Donaldson die Tiefen elektronischer Musik aus. Das meist in sehr behäbigem Tempo und mit einer post-industriellen Prägung, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dies nicht weniger, da Larsen seinen notorischen Flüstergesang noch depressiver ins Mikro murmelt als bisher von ihm gekannt. Das beklemmt, das gruselt, das erschöpft sich aber auch recht bald. Und man fragt sich zunehmend, zu welcher (Un)Gelegenheit man die Musik der beiden Heimgesuchten idealerweise konsumieren soll?! In Donaldsons DJ-Sets, die er als Sordid Soundz seit Jahren ziemlich erfolgreich runterreißt, dürfte sie jedenfalls keine Beachtung finden. Und dass Larsen eines der zwölf Stücke je live präsentieren wird, darf ebenfalls stark bezweifelt werden. Intensives Home-Listening also? Einverstanden, aber dann bitte keinesfalls am offenen Fenster oberhalb des dritten Stockwerks.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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