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diary Of dreams elegies regular

Diary Of Dreams
„Elegies In Darkness”

(Accession/Indigo)
Diary Of Dreams schreiten weiter voran, unirritiert, enorm diszipliniert und konzentriert – und liefern abermals eine rundum überzeugende Platte überaus individueller Handschrift ab. Diese Elegien sind von edler Schreib- und Arrangementkunst. Sie schwingen in ihrer ganz eigenen Dynamik, lassen sich Zeit, ihre Wirkung zu verbreiten. Man erhorcht organische Drums, virtuose Pianopassagen, dichte Streichercluster, zehrende Layer: schlichtweg akribisch gestaltete Songaufbauten, in deren Mitte Adrian Hates Storys von Leidenschaft und Sehnsucht ausbreitet. „A Day In December“, in ein federndes, von Tom-Figuren dominiertes Schlagzeug gebettet, ist eine schmerzvolle, von Grau durchzogene Ballade, die Lyrics wirken wie eine elegische, dunkle, flehentliche Bitte an ein unsichtbares Gegenüber; diese Intensität wird in vielen weiteren Songs aufgegriffen, aus denen „Dream Of A Ghost“, die Angst um verlorene Momente thematisierend, womöglich besonders heraussticht. Wehmut und Verzweiflung ziehen sich auch durch „An Empty House“; das sehr dynamische „Daemon“ besticht mit mysteriösen Textpassagen, sehr filmische Komponenten findet man in „House Of Odds“ und „Malum“; „Stummkult“ wiederum überrascht und gefällt mit einem gelungen surrealen Industrial-Flair. Und mit einer solchen Spannweite lebendiger, pulsierender Elemente geht es auf diesem Werk fortwährend weiter – mit einem Wort: „Elegies In Darkness“ ist ein Reigen atmosphärischer Dichte, verletzlicher Brüchigkeit und überzeugender Bildkraft.
Kym Gnuch


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