CD-Rezension / Review / Kritik

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a.i. zero reality design

A.I. Zero
„Reality Design“
(ScentAir)
Die Debüt-EP „Obsolete Cyborg“ gab es umsonst zum Download bei Bandcamp, das erste richtige Album des Duos ist indes auch auf CD erhältlich und kostet ein paar Euro, die gut angelegt sind, wenn man Electro der etwas komplizierteren Sorte mag. A.I. Zero, das sind Flesh Wire und Maikko A., bekannt von Mind.Area und Human Decay. Das Spektrum ihrer Tracks reicht von komplex und treibend mit latentem Hitcharakter bis kantig, rhythmisch verzwickt und lässig. Der Nerv von Liebhabern klassischen Dark Electros wird ebenso getroffen wie der jener, die IDM und Ambient mit deutlich vernehmbaren Rhythmusgebern bevorzugen. Für jene, die direktere Referenzen brauchen, kann man einfach mal ergänzend noch Haujobb und -Ableger im Raum stehen lassen. Die Vocals mögen etwas gewöhnungsbedürftig sein, weil sie vielmals eher etwas von einem dezent melodiösen Monolog haben als von Gesang wie in Kombination mit Musik dieser Art gängig. Die Hälfte der Texte ist auf Deutsch vorgetragen und in erster Hinsicht von sozialkritischem Inhalt. Ein paar stilistische Ausreißer gibt es auch: „Ruin My Garden“ mit straighten Beats beispielsweise, oder „Catharsis“, das an Snog erinnert, oder „Stupid Reality“ mit jodelig Elvis-artigem Gesang. Eine vielseitige Scheibe mit vielen erstklassigen Stücken!
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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